Auf dem nordamerikanischen Markt gewinnt die Energieeffizienz von Motoren weiter an Bedeutung. Einkäufer sollten jedoch zwischen IEC-Effizienzklassen und US-Bundesvorschriften unterscheiden. Nach Angaben des US-Energieministeriums (DOE) müssen Elektromotoren, die unter 10 CFR 431 fallen, die jeweils geltenden bundesrechtlichen Effizienzanforderungen erfüllen. Die mit der Direktregelung des DOE von 2023 eingeführten neuen und geänderten Vorgaben sind ab dem 1. Juni 2027 verbindlich; eine pauschale IE4-Pflicht ab Januar 2026 besteht dadurch nicht.

Für Importeure und OEM-Einkäufer hängt die Konformität von der Motorkategorie, Leistung, Gehäuseausführung und weiteren Merkmalen ab, die von den US-Vorschriften erfasst werden, nicht allein von einer IEC-Kennzeichnung. IE3 und IE4 bleiben hilfreiche Effizienzreferenzen für die internationale Beschaffung. Bei Projekten für Nordamerika sind jedoch zusätzlich die anwendbaren Anforderungen nach 10 CFR 431 sowie Spannung, Frequenz, Zertifizierung, Dokumentation und projektspezifische UL- oder CSA-Vorgaben zu prüfen.
Die Nachfrage nach effizienteren Motoren wird neben gesetzlichen Vorgaben auch von den Energiekosten über den Lebenszyklus, den jährlichen Betriebsstunden und betrieblichen Energiezielen bestimmt. Pumpen, Ventilatoren, Kompressoren und kontinuierlich betriebene Produktionsanlagen sind typische Anwendungen, bei denen ein effizienterer Motor die Betriebskosten senken kann. Vor der Lieferantenauswahl sollten verifizierte Effizienzdaten auf Modellebene, die Maßkompatibilität, Prüfdokumentation und der verfügbare Service vor Ort verglichen werden.